Schutz & Oberfläche

Schutz & Finish

Diese Seite ist veraltet.


Du bist vermutlich über einen (ebenfalls veralteten) Link hierher gelangt.


Natürlich sind die Informationen immer noch aktuell, aber ich habe

HIER

das Ganze optisch und inhaltlich für Dich überarbeitet.


Du darfst aber natürlich auch hier noch weiterlesen. Irgendwann werde ich diese Seite löschen.


Das Modell ist immer noch sehr druckempfindlich und die Klebestellen und der Spachtel liegen offen und könnten sich lösen, besonders wenn diese unter Spannung oder über größere Flächen verarbeitet wurden. Gleichzeitig kannst Du durch mein „Rezept“ noch die Oberfläche „Füllern“, also glätten und auch die letzten Unebenheiten beseitigen.
Und sei dies noch nicht alles, musst Du die Oberfläche für eine perfekte Lackierung vorbereiten, denn Depron, Spachtel und Klebeband beeinflussen das Farbbild unterschiedlich und was Du benötigst, ist eine homogene Oberfläche.

1. Benötige Materialen


Zunächst will ich Dir die Hilfsmittel, die Du für diese Schritt benötigst, vorstellen und wieder hier und da Empfehlungen aussprechen.


Disclaimer:

Klar, dass diese Empfehlungen rein rechtlich Werbung sind. Daher findest Du ganz unten auf der Seite auch eine genauere Erklärung. Anhand der Fotos sollten Du aber erkennen, dass ich diese Produkte selbst und ausschließlich verwende, da zumindest ich vom Nutzen und der Qualität überzeugt bin. Wenn ich Dich von diesen Produkten überzeugen kann, kannst Du mich und mein Projekt durch einen Kauf  über diese Links ganz einfach unterstützten, natürlich völlig kostenlos für Dich.

1.1. Parkettlack

Wasserlöslicher Parkettlack zum Härten der Oberfläche.

Im englischsprachigen Raum wird immer wieder Minwax* angeführt, um Oberflächen von Schaummodellen (Depron, XPS und EPS, aber auch EPO) zu veredeln. Ich habe dieses Produkt noch nie selber getestet, da es bei uns in Deutschland aber nur schwer oder teuer erhältlich ist. Ich habe es dir der Vollständigkeit einmal hier* verlinkt.

Also habe ich nach einer Alternative gesucht und bin bei AquaClou Parkettlack* fündig geworden. Umweltverträglich, wasserbasiert und für Depron geeignet. Der Lack platzt nicht ab und steigert die Oberflächenstabilität (auch die Druckempfindlichkeit) um mindestens 50%, das Ganze bei moderater Gewichtszunahme. 

Ob man das fertig bemalte Modell mit diesem Lack nochmals überstreichen kann oder sollte, mag ich nicht einschätzen und spare mir diesen Schritt, da ich keinen zusätzlichen Vorteil darin erkenne.

Was ich aber mache, ist den Parkettlack mit Talkumpulver zu vermischen.

Warum ?

1.2. Talkum

Talkum als Füller.

Talkum ähnelt zermahlener Kreide. Das billigste Produkt, welches Du finden kannst, erfüllt hier seinen Zweck. Ich nutze inzwischen dieses Talkum*, da es den Vorteil hat, reinweiß zu sein. Mein vorangegangenes Talkum war eher gräulich, was Du in der Galerie für die unlackierten Modelle noch sehen kannst. Am Ende ist es aber egal und der Preis entscheidet.

Diese Talkum wird nun mit dem Parkettlack zu einer dickflüssigen, aber dennoch mit dem Pinsel streichbaren Substanz verrührt, die in der Konsistenz an flüssigen Joghurt oder Buttermilch erinnert. Diese Mischung ist nun in der Lage, kleine Unebenheiten zu verdecken und sehr kleine Spalte zu füllen. Ich vergleiche es immer mit Füller oder Spritzspachtel für den Lackierbereich.

Zum Schluss ist dies Mischung auch noch leicht zu beschleifen und sorgt in Verbindung mit Nasschleifpapier für eine spiegelglatte Oberfläche.

1.3. Glasfasergewebe

Das leichteste Glasfasergewebe, welches ich finden konnte.

Für besonders beanspruchte Bereiche am Rumpfboden oder konstruktionsbedingte Schwachstellen (z.B. langer dünner Rumpf der A-10 oder die kompletter Unterseite des PA-200 Tornado 2.0) kannst Du Glasfasergewebe verwenden. Der Modellbaufachhandel bietet hier Gewebe mit der Dicke/Gewicht von 25 oder 30g/qm, also nahezu wie Seide. Mit dem Parkettlack-Talkum Gemisch verschwindet auch die Netzstruktur des Gewebe und bietet einen enorm abriebfähigen Schutz. Als Bezugsquelle habe ich Dir einmal die Glasfasermatte von www.arkai.de hinterlegt. Aber vergiss nicht, dort nach einem Depronjets-Rabatt zu fragen :-)

1.4. Pinsel

Pinsel der Marke Renovo zum Auftragen der Parkettlack-Talkum Mischung.

Zum Verarbeiten der Parkettlack-Talkum-Mischung nutzt Du am besten einen alten Pinsel. Achte nur auf eine gewisse Breite (ca. 2,5 cm aufwärts) und mit weichen Borsten. Damit verhinderst Du Pinselspuren (Riefen) und kannst später besser Tropf- und Laufnasen verstreichen. Ich habe mir dennoch für diesen Zweck hochwertige spezielle Pinsel* besorgt, die auch mit dickflüssiger Acrylfarbe gut zurecht kommen. Aber auch diese Schaumstoffpinsel* eignen sich gut, sind aber Einwegprodukte.

Profitipp:

Willst du lange Freude an Deinen Pinseln haben, so wasche sie nach der Benutzung gründlich(!) aus. Einmal angetrocknet, ist die Parkettlackmischung hart und nicht mehr entfernbar. Genau das, was am Flugmodell erwünscht ist, ist für den Pinsel das endgültige Todesurteil.

1.5. (Nass-) Schleifpapier

Schleifpapier in verschiedenen Körnungen für das Nassschleifverfahren.

Dein Standardsortiment sollte mindestens 120er und 220er Schleifpapier umfassen. Zusätzlich solltest Du ein Multipaket für deutlich feineres Schleifpapier überdenken, denn dieses Schleifpapierset* ist sogar für das Nasschleifverfahren geeignet und damit bekommst Du das Depron spiegelglatt.

Dass das die Optik nochmals aufwertet, ist garantiert - ob es die Flugeigenschaften merklich verbessert, kann ich nicht beweisen, aber ein glattes Profil gleitet besser durch die Luft und gefühlt sind da schon ein paar km/h drin.

2. Dein Vorgehen

2.1. Schutzmaßnahmen

Als Unterlage solltest Du eine große Pappe (alter Karton) wählen oder Folie auf dem Tisch ausbreiten. Ebenfalls empfehle ich alte Kleidung, denn Parkettlack lässt sich später nicht wieder entfernen. Handschuhe sind unbedingt empfehlenswert. Auch extreme Belüftung, wie bei der Verarbeitung von z.B. Nitro-Verdünner kann dagegen verzichtet werden, ein offenes Fenster reicht.

Schutz mit Pappe für die Oberfläche der Lackierung der Depronjets.

2.2. Abkleben

Bevor Du mit dem Parkettlack hantierst, musst Du verhindern, dass dieser auch Stellen am Modell benetzt, die sich später noch bewegen sollen. Ein Servo ist schnell mal überpinselt und danach vermutlich nicht mehr zu gebrauchen, wenn der Lack in das Getriebe sickert. Klebe also mit Klebeband Deiner Wahl (z.B. Malerkrepp oder FrogTape) alles Servos und Ruderhörner sowie den Motor ab.

Profitipp:

Ich entferne auch die Luftschraube. Allerdings habe ich ein altes, inzwischen ausgemustertes Exemplar extra für diesen Zweck in Reserve, welches ich stattdessen montiere. Daran lässt sich das Modell wunderbar zum Trocknen aufhängen. Diese bleibt dann gleich noch für die spätere Lackierun mit dran.

Abkleben der Komponenten zum Schutz.

2.3. Entfetten

Reibe das gesamte Modell noch einmal gründlich mit handelsüblichen Silikonentferner ab, um Staub, Fett und andere Verunreinigungen zu entfernen. Tipp: Besitzt Du einen Kompressor, ist es sinnvoll, das gesamte Modell vorher erneut „abzupusten“, um Schleifstaub zu entfernen.

Säubern der Modelloberfläche mit Spiritus oder Silikonentferner.

2.4. Optional: Glasfasermatte

Falls Du eine Glasfasermatte zur Stabilisierung oder zum Schutz verwenden möchtest, schneide diese grob passend zu und lege sie auf die vorgesehene Stelle. Überstände und auch Falten lassen sich später leicht mit Schleifpapier entfernen. Mit einem weichen, trockenen Pinsel reibst Du die Glasfaser nun an das Depron, immer von innen nach außen. Durch die entstehende elektrostatische Aufladung passt sich das Gewebe jeder Rundung an und rutscht nicht mehr herunter.

Schutz des Modells mit Glasfasergewebe.

2.5. Anrühren der Mischung

Verrühre Talkum und Parkettlack im Verhältnis 1:1 so, dass eine cremige Flüssigkeit entsteht, irgendwas zwischen Sonnenmilch und dünnflüssigem Joghurt. Im Zweifelsfall lieber etwas dünner. Theoretisch kann auch auf den Einsatz von Talkum verzichtet werden, aber damit fehlt auch die füllende Eigenschaft dieses Arbeitsschritts. Für den Anfang ideal sind etwa 50 ml Parkettlack mit 50g Talkum (und ja, Milliliter sind nicht dasselbe wie Gramm, Du Schlaumeier ;-).

Parkettlack wird mit Talkum verrührt.

2.6. Auftragen

Bepinsele das Modell jetzt sparsam (!) mit der Parkettlack-Talkum-Flüssigkeit und beobachte, wo es in das Material einzieht (meist bei Schnittkanten oder geschliffenen Bereichen) oder auf der Oberfläche verbleibt. Nimm nicht zu viel, denn dies bildet unschöne Laufnasen, die Du verhindern musst. Gerade auf der Unterseite hast Du ja die glatte Seite des Depron verarbeitet und diese nimmt den Lack nur schlecht auf.


Schutz des Tornado PA-200 mit Glasfasergewebe.

2.7. Schlichten

Das fertige Modell hängst Du danach sofort zum Trockenen auf und zwar mit dem Heck nach oben.
Dies ist daher entscheidend, da sich etwaige Laufnasen nun an den Vorderkanten/Nasenleisten der Leitwerke und Tragflächen bilden. Diese Stellen lassen sich später wesentlich besser verschleifen oder abkleben, um diese „Fehler“ zu kaschieren. Soweit soll es aber nicht kommen.

Als Befestigungspunkt für eine Schnur oder einen Draht, wähle ich immer den Motor, bzw. die Luftschraube. Dies ist auch der Grund, warum Sie dranbleibt, bzw. ich tausche sie gegen ein altes Modell aus. Vergiss nicht, als Tropfschutz unter das Modell noch etwas Zeitung oder Pappe zu legen. Falls Du Stellen übersehen hast, kannst du diese jetzt noch Nachpinseln.

Zurück zum Schlichten: Nach etwa 5 Minuten siehst Du, wie sich Laufnasen auf der Oberfläche bilden. Sofern diese nicht heruntertropfen, bilden Sie später sehr harte, nicht mehr entfernbare „Pickel“. Insbesondere die KF-Stufen sind ein Sammelort für den Parkettlack, lassen sich aber glücklicherweise einfach abwischen. 
Nutze einen trockenen dicken Pinsel oder reibe Deinen benutzten Pinsel immer wieder mit Papier (Küchenkrepp) trocken.
 Danach streichst Du das gesamte Modell ab und nimmst so die überschüssige Flüssigkeit wieder auf, bzw. verteilst sie gleichmäßig. Wiederhole den Vorgang 2-3 mal im Abstand von je 5 Minuten. Danach lässt Du das Modell 24 Stunden trocken.


Bemalen mit Parkettlack am aufgehängten Modell. Achtung Tropfschutz nicht vergessen.
Füller aus Parkettlack

2.8. Trocknen und Kontrolle

Überprüfe am nächsten Tag, ob nicht doch Flüssigkeit in irgendwelche mechanischen oder beweglichen Teile gelangt ist. Mache anschließend einen Funktionstest der gesamten Elektronik. Du wärst nicht der Erste, dem etwas Parkettlack in den Servo gelaufen ist und diesen verklebte. Schaue genau auf die Ruderflächen. Insbesondere im Bereich der Querruder verklebt Dir die Flüssigkeit gerne links und rechts den beweglichen Teil mit dem Rest der Fläche. In diesem Fall schneidest Du die Spalte mit dem Messer wieder frei.

Talkum und Parkettlack zur Oberflaechenhaertung

3. Das Finish

Das Parkettlack-Talkum Gemisch hat nach dem Trocknen eine sehr raue Oberfläche hinterlassen, die für den folgenden Farbauftrag noch nicht geeignet ist.

Diese Oberfläche lässt sich nun wunderbar und einfach mit Schleifpapier glätten. Verwende 220er Schleifpapier und schleife das gesamte Modell mit leichtem Druck einmal ab. Achte dabei besonders auf Reste des Parkettlacks. Es kann sein, dass sich, im Bereich des Klebebandes, der Parkettlack großflächig ablöst - besser jetzt als nach der Lackierung zusammen mit der Farbe.

Erledige alle Schleifarbeiten am besten draußen, denn das Talkum staubt ganz schön. Der Aufwand, den Du dabei betreibst, bleibt Dir überlassen. Anschließend entfernst Du den Schleifstaub durch Druckluft oder Pusten und reinigst die Oberfläche mit Silikonreiniger. Damit steht der Lackierung nichts mehr im Wege.

Profitipp:

Für Perfektionisten kommt nun das Nassschleifverfahren zum Einsatz. Einfach das Nassschleifpapier mit Körnungen von 800-2000 in Wasser tauchen und noch tropfnass das Modell bearbeiten. Dabei wird die Oberfläche spiegelglatt. Wische das Modell zum Schluss noch im feuchten Zustand mit Silikonreiniger ab und lass es gründlich trocknen.

Nassschleifen der SU-30SM

Damit ist das Modell bereit für die Lackierung !

Rohbau der SU30 auf meinem Rasen zu Hause.

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